Archive for the ‘Norwegen’ Category

Kultureller Fettnapf

Thursday, April 3rd, 2014

Der Herr jo scheint in einen kulturellen Fettnapf getreten zu sein. Wie es dazu kam? Was es damit auf sich hat? Das will ich Euch gerne erzählen.

Der Herr jo hat lange gewartet. Wie die Spinne im Netz. Wie der Geier den Verdurstenden umkreist. Nach nur drei Jahren konntet er sich endlich seine Lieblingsdeckenlampe kaufen – zum halben Preis.
Nur an der Wohnzimmerdecke hat er keine Bohrlöcher dies aufzuhängen. Na da bohrt man sich halt zwei Löcher selbst. Allerdings hat der Herr jo schon öfters schlechte Erfahrungen mit dem knallharten Beton der Risvollan Boretslag gemacht.
Aber das ist ja kein Problem. Die lieben Kollegen des Herrn jo sind ja alle begeisterte Handwerker und haben sicher das richtige Werkzeug. Da muss man ja mal nur Fragen. Gesagt, getan.
Bei der ersten leise gestellten Frage reagierte noch keiner. Nochmals nachgeharkt, tratt wenigstens betretenes Schweigen ein. Zur Rede gestellt, kamen diverse Ausflüchte: “Aber meine Bohrmaschine braucht ja mein Mann auf Arbeit”, “ich habe ja ein Holzhaus und sicher keine bessere als du” und “ich habe zwar mehrere aber du kannst doch einfach einen neuen Bohrkopf kaufen, das wirkt Wunder”.

Es wirkte natürlich keine Wunder. Und der Herr jo quälte sich kopfüber. Doch man darf ja niemals aufgeben und ich hatte ja auch einen Ruf zu verlieren (oder doch eher einen zu gewinnen?). meine geliebte Deckenlampe namens Harmoni hängt nun und verstrahlt nun ihren Schein.

Und um eine kulturelle Erfahrung ist der Herr jo nun auch reicher: Der Norweger Ola Nordmann und die Norwegerin Kari Nordmann verleihen ihre Bohrmaschine nicht!
Wahrscheinlich fallen Werkzeuge in die selbe Kategorie wie Zahnbürsten und Unterhosen.

mit eigenen Augen

Friday, February 28th, 2014

winter2014 Gestern abend war Nordlicht. Wenn ich nicht von einer Kollegin ein sms gekriegt hätte, hätte ich es wohl verpasst. Man muss es für das ganze Spektakel doch recht dunkel haben. Jedenfalls habe ich die Kinds nochmal aus dem bettgezerrt und wir satnden auf dem Balkon mit unserer kleinen Knipse.

Da das Bild nichts taugt hier also ein Video vom Profi:

Sparen schwer gemacht

Wednesday, December 18th, 2013

Tja, bei so einem Angebot muss man doch einfach zu schlagen. Man spart nix. Einfach super.
seeløwe

Abenteuerland

Friday, December 13th, 2013

Gestern kam der Sturm Ivar. Genau rein in den Trondheimfjord. Die bevölkerung wurde schon frühzeitig gewarnt. Doch um 16:00 kam es dann doch noch mal dicker als erwartet: die Polizei stellte sämtlichen Busverkehr ein und beorderte die Bevölkerung von Sør-Trøndelag drinnen zu bleiben und nicht die Häuser zu verlassen. So um 17:00 knallten dann Windboen mit bis zu 19,7 m/s rein. Die Wellen schlugen bei Steinkjær, ganz tief drinnen im Fjord bis zu 3 m hoch.
Es kam alles recht plötzlich und nach knapp 2 Std. war auch schon alles wieder vorbei. Ein sehr spezielles Erlebnis.

Höchste Zeit

Monday, October 21st, 2013

winterdekk Und ganz plötzlich war er da. Da musste der herr jo schnell mal die Winterpuschen draufziehen.

Hipp Hipp Hurra for Norge, ha ha ha für jo

Monday, May 20th, 2013

Und wieder einmal hatte Herr jo Geburtstag. Der halbe weg zur 90 ist geschafft. Geburtstage verlieren ja eh an Bedeutung bei fortgeschrittnem Alter, aber in Norge ist leider Nationalfeiertag.

D.h., dass wir früh aufstehen, uns schön anziehen und in der Innenstadt der Parade der Schulen zu gucken. Doch dieses Jahr kam der Sommer vorbei. Seit Tagen ist traumhaftes Wetter. Und so war auch die Parade toll. Frau Hotsch durfte sogar in ihrer Funktion als Klassensprecherin eine der grossen Fahnen tragen.
Am nachmittag waren wir bei guten Freunden zum grillen eingeladen. Und eigentlich grillen wir seit dem jeden Tag. Mal in der Bymarka, mal auf dem Balkon.


Russezeit ist gefährlich

Tuesday, April 30th, 2013

In Norwegen gibt es die Tradition das Ende der Schulzeit mit einem 14-tägigem Feiern zu markieren: die Russezeit. Alle Russe (“Abiturienten”) ziehen sich zumeist rote Latzhosen an und einen weissen Laborkittel drüber. Sie haben auch einen Stapel mit Vistienkarten (russekort) bei sich. Die Vistienkarten sind sehr begeehrt bei den jungen Schulkindern. Diese Karten werden gesammelt und die Russe werden mit: “Kan jeg få russekort” bestürmt.

Frau Hotsch musste nun schmerzlich erfahren, dass das gefährlich sein kann. Sie war mit einer freundin auf dem Fahrrad unterwegs als ein seltener Schwarzruss vorbei kam. Sie drehte sich nach ihm um und rief den entscheidenen Satz: “Kan jeg få russekort”. Tja, und da crashte sie in eine Absperrschranke.
Trotz Kühlpäckchen ist die kleine Nase doch etwas dick geworden.
…und noch breiter.
…aber die Russekarte hat sie gekriegt.

Sein Bier

Tuesday, December 11th, 2012

Hoppy Joe - Lervig
Zugegeben, der Name war mitentscheidend, da der Herr jo es als SEIN Bier erkor.

100 jähriges

Wednesday, September 19th, 2012

Der erste weibliche Professor Norwegens kam aus Trondheim, hiess Kristine Bonnevie und wurde vor 100 Jahren ernannt. (Ich war hoffentlich die x-tausendste und habe erst 5 Jahre als “Full” professor auf dem Buckel – und immer noch kein ordentliches Regenoutfit)
Kristine Bonnevie

Sommereinbruch

Tuesday, May 29th, 2012

Statistisch gesehen beginnt der Sommer in Trondheim zwischen dem 18.05. und 22.05.. So auch dieses Jahr. Eine Woche prasselte die Sonne von stahlblauen Himmel bei bis zu hochsommerlichen 25 Grad auf uns nieder. Auch das Pfingstwochenende war wunderschön.

Der Wanderzirkus verliess die zarten Frühlingsblumen der Küste resp. des Trondheimsfjord und fuhr ins Dovrefjell. Wir wollten auch mal den schönsten Aussichtspunkt Norwegens sehen: Tverfjellhytta. Und siehe da, es war wunderbar. Die Aussicht zum einen auf ewigen Schnee und gerade erwachende Tundra. Aber auch die hytta selbst. Die Architektengruppe Snøhetta hatte hier ihren Durchbruch und die Hytta an sich ist sehenswert.

Zum Abend haben wir uns bei Freunden auf ihre Hytta eingeladen. Nach Nerskogen. Am Sonntag sind wir dann bei sommerlichen 22 Grad auf 900 m NN durch schwindende Schneefelder und Frühlings Tundra ins Minilldal gewandert. Und Frau Hotsch nahm tatsächlich ihr erstes Sommerbad im Schmelzwasserfluss, während am anderen Ufer eine kleine Rentierherde im Winterfell vorbei zog und Herr Motto nach treibenden Eisschollen fischte.